Deswegen wollen wir euch auch den ungeliebten Teil dessen nicht verheimlichen.
Nun erzählt André mal über seine bisherigen Eindrücken der kanadischen Arbeitswelt.
Es war einmal,
An einem milden Frühlingstag Anfang April in Banff Kanada, als ein deutscher gut ausgebildeter Mann, seinen Dienst in der "Banff Park Lodge" als Koch begann.
Warum er sich trotz vieler Möglichkeiten für dieses Hotel entschied, war die Nähe zur Unterkunft und die Hoffnung auf verschiedene Schichten, um nicht jeden Abend bis 23 Uhr in einer Küche zu stehen.
In seinen ersten 4 Wochen brachte er es auf stolze 210 Stunden mittelschwerer Arbeit, was gut für den Geldbeutel ist, aber schlecht für das Privatleben. Daher setzte er seinem recht netten Chef die Pistole auf die Brust und handelt einen Deal aus.
"Sonntag und Montag immer frei, denn das sind auch die Ruhetage seiner bezaubernden Begleiterin oder der überaus talentierte Koch kündigt!!!!"
Mal sehen wie lange dieser Deal bestehen wird. Da Tourismus ja eher bekannt für seine harte Sommer Saison ist.
So verliefen die ersten Wochen hier. Die Arbeit selber ist nicht wirklich anstrengend, zumindest die Aufgaben mit denen ich bisher beauftragt wurde. Das wird sich aber sicherlich noch etwas ändern in Zukunft. Das Hotel ist gut aus gestattet und eigentlich auch gut besetzt. Wobei die meisten Köche überraschenderweise Philippinische sind. Diese arbeiten sehr gewissenhaft gepaart mit einer gewissen Überheblichkeit und Eigenheiten, da sehr viele im Hotel sind. Außerdem wird viel tagalum gesprochen.
In Deutschland würde man dieselbe Arbeit wohl mit 2 Kollegen weniger und halb soviel Equipment erledigen. Obwohl das nicht heißen soll ich sitze nur die Zeit ab. Man arbeitet schon zügig, nur könnte man noch so einiges optimieren, wenn das denn gefordert wäre.
Die Arbeitsmentalität ist der größte Unterschied.
Das mag am Arbeitsmarkt generell liegen. Kündigen und gekündigt werden ist von heut auf morgen möglich und zwar ganz unkompliziert. Wenn man nicht gerade in einer Mitarbeiterunterkunft lebt, geht man auch keine größeren Verpflichtungen ein.
Hier zählen Qualifikationen um einiges weniger als reale Arbeitserfahrungen im gefragten Bereich. Wenn Leute dennoch gebraucht werden, trainiert man sie eben. Das führt alles dazu das es eine Menge Personal gibt, aber ständig auch gesucht wird, zumindest in der Gastronomie.
Wer nicht arbeitet verdient kein Geld, wer viel arbeitet verdient viel Geld. Da hier nach Stunden im 2 Wochen Rhythmus gezahlt wird. Es gibt einen Mindestlohn und Überstunden werden 1,5x bezahlt. Die Gesamtabgaben liegen bei etwa 15% des Brutto Lohnes. man hat also mehr Geld in der Tasche als in Deutschland.
Wir haben gute Gehälter ausgehandelt weit über dem Mindestlohn, aber sicher auch noch weit unter dem was möglich wäre.
Wer glaubt als deutscher Facharbeiter oder Ingenieur braucht man nur hallo sagen und schon ist man eingestellt der irrt sich. Das interessiert erst einmal die Kanadier herzlich wenig, die schauen nicht über den Tellerrand und machen sich auch nicht die Mühe sich in deine Fähigkeiten herein zu denken.
Umso beliebter der Job umso mehr Erfahrung muss man vorweisen und auf die Kacke hauen. Wenn der Job eher unbeliebt ist, wird es einfacher diesen zu bekommen. Hier in Banff ist die Nachfrage von Köchen gewaltig. Ich hätte sogar einen bekommen ohne Lebenslauf abzugeben, geschweige denn mich persönlich vorgestellt zu haben.
Einer aus unserem Hostel sollte nur mal fragen was man dort so verdient. Die Chefin sagte ihm er soll mich morgen direkt zur Schicht mitbringen.
Schon etwas zu krass, Solange der deal mit meinem chef steht, werde ich aber in der Banff Park Lodge bleiben. Denn diese Arbeitszeiten werden schwer irgendwo anders zu bekommen sein.
Allerdings ist das auch nicht gerade meine Erfüllung dort. Da wir ja Reisende sind, ist es schon zum aushalten.
Ich hoffe ich konnte einen Eindruck vermitteln. ACH JA mit der Sauberkeit haben die es hier nicht so...
Grüße nach Europa und Neuseeland
Von Vroni und André
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| Der Arbeitgeber, eigentlich gar nicht so schlecht von außen... |








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