Samstag, 7. Februar 2015

Whitehorse und der wilde Yukon


Also ab nach Whitehorse, das bedeutete einen Tag und 18 Stunden Bus fahren. Mit hausgemachten Hotdog und Nudelsalat ging’s los durch die Weiten Kanadas! Die Landschaft im Norden besteht aus endlos vielen Bäumen, Bergen, Seen und Prärien. Leider verwandeln sich die meisten Städte in Industrieanlagen und Kontainer Siedlungen, die nur dem Zweck dienen Öl und Gas aus dem Erdreich zu fördern.

Morgens um vier erreichten wir Whitehorse und verbrachten 4 Stunden im „Tim Horton“ (Kaffee Laden) bis wir ins Hostel einziehen konnten. Dort angekommen waren die Prioritäten: duschen, Nickerchen, Prospekte und Aktivitäten durch stöbern.
 
kurze Schläfchen kein Problem, aber bequem ist anders

Fort Nelson...absolut im Nirgendwo

Hinterwäldler Bistro hier konnte man echten Pelz kaufen

...und so sah es von außen aus.


Das Beez Kneez Hostel in Whitehorse war für 2 Nächte unser zu Hause


Whitehorse ist die größte Stadt im Yukon und auch die Hauptstadt. Die Kunst und Kulturszene ist sehr ausgeprägt und interessant. Die Häuser und Geschäfte in Downtown erwecken den Eindruck einer Westernstadt, doch leider ist das im wahrsten Sinne nur Fassade. Überraschenderweise gibt es in Whitehorse viele Obdachlose und jede Menge Probleme mit Drogen und Alkohol. Etwas das wir nicht wirklich erwarteten in einer so kalten Gegend. Ursprünglich wollten wir Dawson City (Zentrum des letzten Goldrausches von 1899) besuchen 500 km nördlich. Doch fanden wir keine günstige Unterkunft und auch keine Transfermöglichkeit und um per Anhalter zu fahren auch viel viel zu kalt.

Ach ja die Kälte: was unsere Kleidung und Schuhe in den Rocky Mountains noch weg gesteckt hatten, überschritt hier im Yukon bei weitem die Grenze des Ertragbarem. Es war so kalt das man kleine Eiskristalle in der Luft sehen konnte und tiefe Atemzüge brannten in der Lunge. Heißes Wasser in die Luft geworfen, verwandelt sich in Schnee und Eis bevor es den Boden berührt. Wir trugen fast alle unsere Kleider bevor wir das Haus verließen, was okay war. Doch Füße und Gesicht waren schwer warm zu halten und deswegen blieben unsere Ausflüge in die Natur zeitlich beschränkt.
Warum fuhren wir denn dann eigentlich in diese eisige Gegend. Zum einen um Nordlichter zu sehen und die beste Zeit dafür ist der Winter aufgrund seiner dunklen Nächte und tiefen Temperaturen. Ein anderer sehr guter Grund war Hundeschlitten fahren in einer der wildesten Landschaften der Erde und wir wollten uns ein Bild des berühmten Yukon machen. Traumziel vieler Auswanderer gerade aus Deutschland.

Europäische Wurzeln findet man fast überall und auch gute Wurst, welche allerdings sehr teuer ist. Sogar im Vergleich zum Rest des Landes. Lebensmittel generell werden über tausende Kilometer per LKW oder Flieger aus dem Süden gebracht.

Nettes Besucherzentrum, es hat sogar einen Kinosaal.

HOWDY... leider alles nur Imitation. Die echten Gebäude aus der Zeit des Goldrausches findet man in Dawson City. Dort wurden die Häuser restauriert und dienen wirklich als Wohn- und Geschäftshäuser.

S.S. Klondike einer der letzten Raddampfer des Yukon River.


Schon in unserer ersten Nacht hatten wir Glück und sahen die Lichter am Himmel tanzen. Das ist keineswegs selbstverständlich. Viele Besucher kommen vergebens oder buchen teure Touren ohne Erfolg. Denn dieses von Sonnenwinden, die auf das Magnetfeld der Erde treffen, verursachte Phänomen wandert am Himmel und ist nur zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten zu sehen und keine Vorhersage ist genau genug um sie einfach zu besichtigen. Außerdem kommen sie meist mitten in der Nacht zwischen 23 und 3 Uhr am Morgen. Bei Temperaturen jenseits der -20 Grad ist Geduld eine Herausforderung. Außerdem braucht man noch einen klaren Himmel und so wenig wie möglich Lichtquellen um sich herum.

Fantastisch :-)

Ungläubig schön

Unser Hostel war wirklich hübsch...


...und gemütlich...


... mit coolem Telefon. André super busy (beschäftigt) am Preise vergleichen der Hundeschlittentour Anbieter und anderes.


Das Glück war uns weiterhin treu und wir fanden einen Couchsurfer bei dem wir eine Woche bleiben konnten, sein Name ist Nolan und er lebt in einer WG mit drei anderen Jungs. Mit ihm gingen wir Snowboard fahren, zum „Broomball“ (sowas wie Eishockey nur mit Besen, Ball und Schuhen). Außerdem zeigte er uns die Gegend und kleinere Wanderungen. Wir hatten eine gute Zeit mit ihnen und uns mangelte es nicht an Gesellschaft und Party. Nolan ist ein begabter Musiker der Saxofon, Gitarre und Piano beherrscht. Er wird bald durch Europa reisen und wir hoffen ihn dort wieder zu begegnen.

Ein Spaziergang im Norden.

Mit Nolan (mit Sonnenbrille) unterwegs in der Brauerei

Im Delikatessen Geschäft (der verwilderte Typ in der Mitte ist Daisy ein anderer Couchsurfer)

Evolution von Haaren auf Reisen.. links: noch in Reiseplanung....mitte: bereits am reisen... rechts: lebt auf der Straße und ist gestrandet

Broomball,verrücktt diese Kanadier

Das ist Rooth Nolans Freundin und ihre Schuhe gemacht zum laufen auf Eis mit vielen Gumminoben.

Snowboard fahren am Mt. Sima super kalt.

Verloren im Wald nachdem wir Nolan abseits der regulären Pisten gefolgt sind. Wir dachten er kannte den Weg. 

50 km außerhalb von Whitehorse übernachteten wir in der Cabin von Jeremy (einen Freund von Nolan)...

...ein ziemlicher Chaos dort, leider sahen wir nicht wirklich Nordlichter...

...Danach ging es ins Wildlife Preserve einer Art Wildgehege...

...unter anderem gab es Caribous zu sehen...

...Polarfüchse...

...Schneeeulen. es war ganz nett. Doch wer Zeit hat sollte die Wildnis auf eigene Faust erkunden. Wir sahen schon so einige Tiere bevor.

Auf Erkundungstour...

...am Fish Lake



Ein weiteres Mal zeigten sich die Nordlichter am Himmel und diesmal sogar direkt über der Stadt und Nolans Garten, bunter, größer und noch schneller vorbei. Zufrieden konnten wir uns nun dem „Dog Sleding“ (Hundeschlitten fahren) zuwenden.







Die Jungs am Musizieren


Ursprünglich wollten wir eine Mehrtagestour mit dem Hundeschlitten machen, da dies aber kein günstiges Vergnügen ist, entschieden wir uns erst einmal für einen halben Tag zum Ausprobieren am „Fish Lake“. Uns wurde der „Kennel“ und „Dog Yard“ (also die Anlage und Zwinger) gezeigt. Unser „Masher“ (Hundeschlittenführer) erzählte uns einiges über das Leben und den Alltag der Tiere, wie sie gehalten werden…. Auch über den „Yukon Quest“ (eins der längsten und härtesten Hundeschlittenrennen) welches leider erst einige Tage nach unserer Abreise startet, erfuhren wir einiges.

Dann ging es los, uns wurden die Hunde vorgestellt, wir legten unseren Hunden die Halfter an und stiegen auf unsere Schlitten. Jeder hatte seinen eigenen den wir selber fuhren, welcher von 4 Hunden gezogen wurde. Auch wenn die Kerlchen kleiner waren als man vermuten würde, wollen sie nur eins und zwar rennen, rennen, rennen. Sie zogen so stark, dass es oftmals schwierig war, sie am Überholen zu hindern. Man brauchte oft sein gesamtes Körpergewicht auf der Bremse, damit die Hunde bei einem Stopp nicht einfach weiter ziehen. Es war ein riesen Spaß und gerne hätten wir herausgefunden wie schnell man hätte fahren können. Leider mussten wir unserem Führer und den 2 voraus fahrenden Damen unserer Gruppe folgen. Naja wir wüssten eh nicht wie man lenkt. Ein halber Tag reicht auf jeden Fall aus um Spaß zu haben.

Der letzte Schrei nahe Polarkreis

Super schwer, doch angenehm warm.

Das ist der Hundegarten mit nahezu 200 Hunden

Wir hatten Glück mit dem Wetter, strahlender Sonnenschein

Die Hunde warteten geduldig bis wir sie und die Schnitten vorbereitet hatten.



Team André

Team Veronika

Kaffee und heiße Schokolade nach dem Abenteuer.

Alles in allem hatten wir eine sehr schöne Zeit im Yukon, gerne kehren wir eines Tages im Sommer zurück, um mehr dieses Landes zu entdecken.

Liebe Grüße eure Vroni und André

Wir sind nun bereits zurück in Vancouver.

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