Von Vancouver
ging’s mit dem Bus nach Seattle. Ein wenig aufgeregt waren wir ja schon,
immerhin hat das Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja den Ruf stark auf seine
Grenzen zu achten. Unsere Reiseplanung sah vor die USA in zwei Anläufen zu
bereisen, also haben wir uns noch einen „ESTA Visa Waiver“ besorgt, 2 Jahre
gültig und erlaubt wiederholte Aus- und wieder Einreise für bis zu 90 Tagen.
Dies ist kein Visum, mehr eine Berechtigung, die endgültige Entscheidung trifft
immer der Grenzbeamte und von dem wurden wir nicht enttäuscht!!!!
An der Grenze als
letzte raus aus dem Bus und in die Schlange eingereiht. Wenn wir nicht nochmal
gepinkelt hätten, wären wir sicherlich bei jemand anderem am Schalter gelandet.
Während wir also warten sieht alles recht routiniert und gewöhnlich aus. Bis
ein junger Alleinreisender plötzlich Handschellen angelegt bekommt und von 4
Beamten in ein Hinterzimmer gebracht wird. Daraufhin konnte man förmlich spüren
wie sich die Atmosphäre in der Halle von ruhiger Gelassenheit zu nervöser
Anspannung änderte. Daraufhin wurden 3 weitere Schalter besetzt und wir konnten
feststellen dass die Beamten nun skeptischer und redseliger wurden. Zu dumm
dass wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht durch die Kontrolle waren. Als
vorletzte kamen wir an die Reihe und unser Beamter war die Krönung. Es war ein
Monolog seinerseits, eine Frage stellen absolut unmöglich. Was war ihm wichtig,
natürlich das wir ihn glücklich stellen, das hat er auch so formuliert. Nachdem
wir Fragen beantwortet haben… Wie viel Geld wir besitzen und wie verdient, wo
wir her gekommen sind und was wir in Kanada gemacht haben? Was unsere Pläne für
die Staaten sind und das wir nicht arbeiten dürfen. Ob wir verlobt sind?....
An sich ja nicht
weiter ungewöhnlich, allerdings über 15 Minuten gepaart mit privaten Aussagen
und Informationen wie, er ist in Deutschland aufgewachsen kennt alles und
sprach auch ein wenig deutsch. Er hat ein Haus voller Pistolen und seine Kinder
auch. Das er uns seinen Vornamen nicht verraten dürfe aus Sicherheitsgründen,
doch es generell auch keine gute Idee wäre Ärger in seinem Haus zu machen, für
niemanden. Als André erklärte Koch zu sein, war er natürlich auch ein Meister
darin und beherrsche jegliches Gericht auch deutsche Gerichte und in Las Vegas
sollen wir Gebäck in einem der Hotels essen, die macht nämlich sein Cousin. Außerdem
sind unsere Länder gute Freunde…. Das entscheidende war aber auf die Frage, wo
und wann wir die Staaten wieder verlassen, antworteten wir April von Las Vegas
nach Mexiko City. Das war der Knackpunkt wir wollten nämlich ursprünglich
wissen ob wir nach 2 Monaten wieder einreisen können. Die Antwort NEIN und der
Zusatz wir müssen erst nach Deutschland zurück, bevor wir es versuchen können.
Unsere Fragen konnten wir nicht einmal zu Ende formulieren, ohne unterbrochen
zu werden, denn er wollte ja glücklich gemacht werden…. Geschockt und als
letzte betraten wir wieder den Bus und fuhren weiter. Der junge Typ dem
Handschellen angelegt wurden, saß übrigens schon vor uns im Bus. In dem
stellten wir dann auch fest dass unsere 90 Tage gültige Besucherkarte im
Reisepass des anderen fest getackert war.
Das soll es
erstmal zur Grenzüberschreitung gewesen sein. Wir waren völlig fertig und
nervlich bis an die Belastungsgrenze geprüft.
In Seattle am
Busbahnhof angekommen, half uns ein netter älterer Mann dabei den Weg ins
Hostel zu finden und gab uns 2 Tickets für den Bus. 2 Nächte blieben wir
Downtown im Green Toirture Hostel, sehr hübsch mit Frühsck und dreimal die
Woche Gratis Dinner.
Leider hatten wir
nur einen ganzen Tag um Seattle zu erkunden. Einiges konnten wir uns aber
dennoch anschauen.
Früh am Morgen
aufgestanden und in der deutschen Botschaft angerufen um uns schlau zu machen
was wir tun können um unsere ursprünglichen Reisepläne umzusetzen bzw. wollten
wir wissen ob die Aussage des Beamte bezüglich der Rückkehr nach Deutschland
auch stimmt. Denn wie erwähnt war unsere Einreisen durchaus skurril. Jedenfalls
nahm in der Botschaft niemand den Hörer ab. Also im Konsulat angerufen, da hat
man uns erklärt bei den US Behörden nach zu fragen, man könne uns nicht
weiterhelfen. Also kurzer Hand noch das Auswärtige Amt in Deutschland
kontaktiert. Wenn es jemand wissen müsste dann jawohl die, immerhin findet man
auf deren Webseite allerhand Informationen, nur nicht auf unsere Frage. Die
konnte uns am Telefon auch nicht beantwortet werden.
Ein wenig
frustriert ging es auf Stadterkundung, mit dem Entschluss im Gepäck am nächsten
Tag am Flughafen nochmal nachzufragen, außerdem wollten wir unsere Besucherkarten
nicht selber wechseln, man kann Ja nie wissen. Später mehr dazu jetzt ein wenig
zu Seattle.
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