Samstag, 6. Juni 2015

Chichén Itzá und Merida


Bevor wir die Hauptstadt des Yucatans Merida besuchten, erkundeten wir mit Hilfe eines Führers Chichén Itzá (von uns liebevoll „Schwitzel Nitzel“ genannt, aufgrund unglaublicher Temperaturen jenseits der 35 Grad während unseres Besuches).

Der Eintritt liegt bei 220 Pesos pro Person, nun zumindest für Ausländer, Mexikaner bezahlen die Hälfte. Wir finden das aber gar nicht mal schlimm, da man zumindest als Gringo oder Europäer eine höhere Kaufkraft mitbringt und außerdem wird damit so offen umgegangen, das es uns schon zum schmunzeln brachte.

So ist Schwitzel Nitzel wohl die teuerste Ausgrabungsstätte Mexikos. Dennoch auch die meist besuchte und berühmteste. Die Pyramide ist eines der neuen „Sieben Weltwunder“ und die Anlage ist fast vollständig mit Original Funden rekonstruiert. Leider gingen diverse Baumaterialien im Laufe der Zeit an den benachbarten Bauernhof verloren, welcher mittlerweile aufgrund seines Alters auch unter Denkmalschutz steht. Die Menschen vor ein paar hundert Jahren während der zunehmenden Verbreitung des Christentums, hielten diesen Ort für verflucht, aufgrund der zahlreichen heidnischen und teuflischen Darstellungen wie zum Beispiel der Schlange.

Die Pyramide Schwitzel Nitzels ist einzigartig nicht nur aufgrund seiner Funktion als riesiger Kalender. In der Wissen über Planeten, Jahreszeiten, Sonnen- und Mondzyklen abzulesen sind. Wichtige Ereignisse für den Alltag der Maya konnten so zeitlich bestimmt werden z.B. Saat- und Erntezeit

Auch heute pilgern noch zehntausende Menschen im März und September hierher um das Erscheinen der gefiederten Schlange zu feiern, welche von der Sonne entlang der Kanten der Pyramide angestrahlt wird. Die gefiederte Schlange stellte für die Maya ein Bindeglied zwischen den Göttern und der Erde dar. Sie taucht immer wieder in Skulpturen und Wandmalereien auf genauso wie ihr Regengott Chac (der Typ mit der riesigen geschwungenen Nase).

Fraglos eine architektonische Meisterleistung mit hervorragender Akustik, auch einzigartig weil hier eine Pyramide über einer älteren Erbaut wurde. Sehr wahrscheinlich weil sich ihr Kult durch Einflüsse und Erkenntnisse aus der Region Zentral Mexikos veränderte. Außerhalb der Mauer um die religiöse Stätte lebten schätzungsweise 60 000 Menschen in ihrer Hochphase, bevor die Stätte um 1200 verlassen wurde. Danach begann die Mayakultur unter zugehen und vermischte sich mit anderen Hochkulturen, welche nun die Vormachtstellung in Zentralamerika übernahmen.

Die Maya gründeten tausende Siedlungen im Yucatan und bauten Straßen mit hunderten Kilometern Länge perfekt nach den Himmelsrichtungen ausgerichtet und schnurgerade. Besonders bemerkenswert sind die baulichen Errungenschaften, da bis zum Untergang der Maya, das Rad nicht erfunden oder zumindest nicht verwendet wurde.

Die zweite Besonderheit in Schwitzel Nitzel ist der gut erhaltene und riesige „Ballspielplatz“. Beim Ballspiel stehen sich 2 Mannschaften mit je 3 Spielern gegenüber. Das Ziel ist es eine Art Gummiball durch eine runde Öffnung an der Wand des Spielfeldes zu werfen. Man darf dabei nur Knie, Schulter Hüfte und Ellenbogen benutzen. Allgemein hin wird vermutet das Sieger oder Verlierer nach Ende des Spiels geopfert wurden. Nun dafür gibt es aber keine Beweise, wie uns unser Führer versicherte, denn niemand hat jemals ein Spiel gesehen. Da der Ballspielplatz keinen Platz für viele Zuschauer bietet, könnte das Spiel durchaus eine Art Zeremonie gewesen sein, an der auch nur sehr wichtige Persönlichkeiten teilnehmen durften. Nun man wird es wohl erst erfahren wenn die restlichen 40 Prozent der Schriftzeichen entschlüsselt sind. Die Anlage ist mehr als beeindruckend, besonders weil sie früher unglaublich farbenfroh war, was man an manchen Ecken sogar noch erkennen kann.

Vom Maya-Gold fanden wir im Übrigen keine Spur, dieses kam wohl nur über Handel in die Region.

 

Nachdem wir mehrere Stunden ausführlich alles erkundet hatten, nahmen wir den Bus nach Merida und kühlten uns im Pool des Hostels ordentlich ab.

Da Vronis Arm immer noch nicht so recht heilen wollte, gingen wir ins Krankenhaus zum Röntgen. Im Übrigen sehr modern und wir fanden sogar einen Arzt der englisch sprach. Nun zum Resultat, ein Stück Knochen ist während Vronis Stunt abgebrochen und steht ein wenig ab. Alles halb so wild doch wird es mehrere Wochen dauern bis es verheilt ist. Solange heißt es eine Schiene tragen und ruhig halten.

So kam es auch das wir nicht mehr viel in Merida unternahmen, bevor es mit dem Bus weiter nach Mexiko Stadt ging.

Und los ging die Erkundung durch die Maya Ruinen.

Früher wurde die Ruine von einer Mauern umzäumt, heute wird sie von Souvenierständen bewacht :D

Von diesem Winkel kann man gut die Schlange erkennen! Naja wenn man weiß wo man hinschauen muss ;)

El Castillo (die Pyramide von Kukulcán)

Trotz schwüler Hitze hatten wir unseren Spaß!

Das ist eine große Plattform namens Schädelmauer oder Tzompantli, an der möglicherweise die Schädel der Opfer ausgestellt wurden. Die Außenwand ist mit Totenschädel aus Stein dekoriert.

Der größte bekannte "Ballspielplatz" auch Gran Juego de Pelota genannt.
Man ist sich immer noch unsicher über die genauen Spielregeln.
Sicher ist das es kein Samstag Nachmittags Vergnügen für Jedermann war!


Der Ball musste mit Hilfe der Hüfte durch das Loch befördert werden.

Die alten Maya malten ihre Sachen mit Hilfe von Pflanzen und Insekten an.

"Homer Simpson" Schädel :D


Das war ein riesiges "Xylophon"
Dieses wurde auf der Plattform der Venus (Plataforma de Venus) aufgebaut.
Sie lag direkt gegenüber der großen Pyramide, wo die Akustik am besten war.

Dies ist ein Jaguarkop mit einer Schlangenzunge, Adlerklauen und Federn.
Aus seinem Mund entspringt ein Mensch.

Tempo de los Guerreros (Tempel der Krieger)
Ganz oben in der Mitte sieht man eine Figur die "Chac-mool" genannt wird.
Die Bedeutung der Statue ist unklar, sicher ist jedenfalls, dass die Sonne zur Sonnenwende genau in der Mitte aufgeht.

Sonnenuhr!
Dahinter liegt die Pyramide "El Osario" (925 n. Chr.) auch bekannt als "Grab des hohen Priesters"

"El Caracol" bekannt auch als "Observatorium"
Das Dach hatte Sehschlitze für astrologische Beobachtungen aus verschiedenen Winkel.

"Las Monjas" (die Nonnen)
Man glaubt das sich hier eine Art Schule befand.


An diesem Gebäude sieht man ganz deutlich die große Hakennase des Regengottes "Chac".

Carla, Mo und unser Führer.

Zum Schluss noch die Opfergaben Cenote "Sagrado"
Es wurden sogar manchmal kleine Jungen hineingeworfen, und wenn sie überlebten, dann wurden ihnen prophetische Gaben zugesprochen, denn sie haben mit den Göttern gesprochen.

Der Pool im Hostel!

Catedral de San Ildefonso
Aus dem 16. Jhs.
Ihre Kostbarkeiten fielen vollständig der Mexikanischen Revolution zum Opfer.

Im Krankenhaus und schon nach der Diagnose.
Man beachte die Schienen am Arm. Der Arzt hat Gott sei Dank auf einen Gips verzichtet.

Auf dem großen Markt konnte man sogar sein nächstes Haustier kaufen.
Glücklich sieht aber anders aus und es waren unglaubliche Temperaturen.


Laut, bunt, zu viele komische Gerüche..............................

.............aaahhhhh Supermarkt ;)

Wir lieben das Mexikanische Volk.
Da geschieht alles draußen!


Eine Maya "Ballspiele" Vorführung auf dem Marktplatz

Wir schlagen uns durch mit Spanisch ;)

Wir nahmen an einem Kochkurs im Hostel teil um Mexikanisches Essen besser kennen zu lernen.

Marinierter Fisch mit selbst gemachten Tortillas

Wenn's dunkel wird da kommen sie raus die Mexikaner :D
Und dann ist was los in den Straßen!

3 Kommentare:

  1. Ihr trickser. Wir sehen genau, dass ihr den hdr effekt für mehr dramatik in bildern nutzt 😆
    und andrè, gerade laufen 😂
    viel spass weiterhin

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  2. Psssst bitte nicht weiter sagen!!!!!
    und der Ruecken ist so krumm, das hilft beim schwimmen!!! auserdem siehts geschmeidig aus :-)
    Viele gruesse und auch euch noch viel Spass

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  3. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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