Montag, 8. Juni 2015

Unterwegs in Mexiko Stadt


Nach 20 Stunden Busfahrt, nur mit kleinem Tankstop gegen Mitternacht irgendwo im Nirgendwo, erreichten wir „Mexiko Stadt“ gegen Mittag. Das erste was wir bemerkten waren die viel milderen und somit angenehmen Temperaturen. Besonders freute sich Vroni in den nächsten Tagen über die fehlenden Moskitos, denn „Mexico City“ liegt ungefähr auf 2200m in den Bergen und ist eine der höchstgelegenen Hauptstädte der Welt.

Mit der U-Bahn ging es ins Stadtzentrum in ein Hostel direkt neben der gewaltigen Kathedrale, die mit Abstand die prunkvollste ist die wir möglicherweise je gesehen haben. Überall stößt man auf Gold, Kunst und jede Menge Vitrinen mit Figuren diverser Heiliger, auch die Maße sind gewaltig mit mehreren, verschiedenen Altaren. Besonders auffällig war die monströse Orgel im Zentrum der Kathedrale. Überaus ungewöhnlich war das der Boden nicht wirklich eben ist und man oft das Gefühl hat bergauf, bergab und in Schieflage zu gehen. Dieses Phänomen bemerkten wir recht oft in verschiedenen Gebäuden der Stadt. Aber am besten konnte man es an herab hängenden Kronleuchtern sehen.

Mit der U-Bahn lässt sich fast jeder Teil der Stadt  und auch Vororte gut und günstig besuchen. Allen Vorurteilen zum Trotz, empfinden wir Mexiko und seine Hauptstadt als sehr sicher. Die Polizeipräsenz ist nicht zu übersehen und auch Langstreckenbusse passieren immer wieder Kontrollpunkte der Armee oder Polizei. Auch das Gepäck wird immer beschriftet und nur von entsprechendem Personal wieder ausgegeben.

Nun in „Ciudad de México“ (die offizielle Bezeichnung der Stadt) ist das Aufgebot noch um einiges größer, allerdings nicht aufgrund von Taschendieben, sondern weil man jederzeit auf Demonstrationen vorbereitet sein will, welche traditionell häufig in der Hauptstadt stattfinden. Als Tourist muss man sich aber wenig sorgen. In Mexiko ist man generell unzufriedenen mit der Regierung und das Vertrauen der einfachen Leute in den Staat ist tendenziell gering. Das kommt sicherlich durch die sehr bewegende und vor allem blutige Geschichte des Landes, welche von Revolution, Putsch, Kolonialismus, Unterdrückung und Ausbeutung beherrscht wird, nicht nur durch die Konquistadoren die im 16. Jahrhundert kame. Sondern liegt an offensichtlicher Korruption und einer großen Kluft zwischen arm und reich.

Der Name Mexiko leitet sich übrigens aus dem Wort „Méxica“ ab, was die alte Bezeichnung für Azteken ist. Diese errichteten nach langer Wanderschaft ihre steinerne Hauptstadt „Tenochtitlán“ inmitten eines Sees. Denn eine alte Prophezeiung besagte, sie sollen an dem Ort siedeln, an dem ein Adler eine Schlange verspeist und dabei auf einem Kaktus sitzt. Dieses Motiv ziert bis heute die Nationalflagge.

Der Großraum Mexiko Stadt inklusive seiner Vororte ist der Wohnraum für rund 20 Millionen Bewohner und ist daher bunt, laut, stinkt ein wenig J und vereint Essen, Tradition und Vielfalt des ganzen Landes an einem Ort.

Leider errichteten die Spanier ihr „Neu Mexiko“ über der alten Hauptstadt der Azteken nachdem sie ihre Tempel, Schriften und Identität fast vollkommen zerstörten. Nun dennoch ist die Stadt interessant. Wir fuhren mit einem „Hop on Hop off“ Bus durch die Stadt und besuchten das Anthropologie Museum mit wunderschönen Ausstellungen und den „Palacio Nacional“ (Nationalpalast) in dem es schöne Wandmalereien gab. Diese stellen eindrucksvoll die Geschichte Mexikos dar. Ehemals die Residenz des berüchtigten Konquistador Hernán Cortés, seit 1562 im Übrigen der Sitz des spanischen Vizekönigs und seit der Unabhängigkeit der Sitz des Präsidenten. Leider müssen wir gestehen aufgrund mangelnder spanisch Kenntnisse nicht alles verstanden zu haben, dennoch sehr interessant.

Wir wollten auch eine Gondeltour in „Xochimilco“ den schwimmenden Gärten machen, eine der beliebtesten Attraktionen in und um Mexiko Stadt. Dort angekommen mussten wir feststellen dass ziemlich tote Hose war und unverschämte Preise für die Rundfahrt verlangt wurden. So ließen wir dieses Erlebnis aus. Auf dem Rückweg wollten wir uns noch ein Saft in einem Geschäft am Straßenrand kaufen. Der Junge meinte wohl wir sind auf der Wurstsuppe nach Mexiko geschippert und berechnete dreister Weise mal den doppelten Preis. Nachdem wir ihn darauf hinwiesen, meinte er wohl immer noch das Geschäft seines Tages zu machen und zeigte auf das Preisschild für Milch 2 Reihen neben dem Saft. Nun nicht mit uns. Den Saft hat er dankend zurückbekommen.

Generell sind unsere Erfahrungen am Straßenrand aber gut und die Leute sehr hilfsbereit. Dieser dreiste Versuch der Abzocke ist eher die Ausnahme, wir wollen aber nicht verschweigen dass viele Mexikaner recht arm sind und daher jeden „Weißen“ als laufende Geldbörse betrachten. Aber im Unterschied zu Nordamerika sind sie sehr fleißig und jeder versucht irgendwie etwas zu verkaufen, um seinen Alltag zu bestreiten. Auch wenn dies meist nur Schrott ist, sind wir dennoch sehr beeindruckt von der mexikanischen Lebenseinstellung.

Des Weiteren unternahmen wir einen Tagesausflug nach „Teotihuacán“ etwas nördlich der Hauptstadt gelegen. Die größte Ausgrabungsstätte des Landes und wirklich riesig. Aus der Ferne wurden die überwachsenen Pyramiden für Hügel gehalten und passen sich perfekt ins Landschaftsbild. „Teotihuacán“ war schon verlassen und verfallen als die Azteken begonnen die Region zu besiedeln. Alle Fakten über die Stadt beruhen auf archäologischen und künstlerischen Funden. Um das Jahr 1 entstanden die gewaltigen Pyramiden und im 7. bis 8. Jahrhundert wurde die Stadt mit schätzungsweise bis zu 175000 Einwohnern aufgegeben. Für die Azteken war sie heilig und sie nutzten sie teilweise für religiöse Zeremonien und siedelten um sie herum. Sie gaben ihr auch den Namen „Teotihuacán“ was so viel bedeutet wie „Ort an dem die Menschen Götter wurden“. Nun wir waren mehr als beeindruckt und uns schmerzten schon ein wenig die Beine nachdem wir fast alles entlang der 2 km langen „Calzada de los Muertos“ (Straße der Toten) erkundeten und auf die Pyramiden kletterten. Wirklich atemberaubend und wieder einmal fragten wir uns wie die Welt wohl heute aussehen würde wenn die Eroberung Amerikas nicht geglückt wäre. Wir hoffen sehr dass die Archäologen fleißig weiter buddeln und forschen. Damit wir noch mehr über diese untergegangenen Zivilisationen erfahren werden.

Nun ist die Zeit auch rum in Mexiko City und es geht weiter nach Veracruz. Dort wo alles begann mit der Eroberung!!!

Liebe Grüße,

Euer André und Vroni
Und los ging die wilde Busfahrt!

Name des Denkmals ist uns leider entfallen :)
Auf jeden Fall sieht man hier mal die Ausmaße der Polizeibewachung.


Der Friedensengel

HHHMMMMM Mittagessen.
Man findet in Mexico immer und ueberall was zum essen!!

Antropologisches Museum

Da wurde auch fleißig gezeichnet ;)

Ein Einbaum (original)


Auf dieser großen Scheibe wurden die geopferten Körper platziert.
Piedra de Sol "Der Kalenderstein"

Es wurden auch sehr originelle Steinskulpturen gefunden :) 

Ein Grabmal von irgendeinem Priester das unter Mexico City gefunden wurde.

Hier sieht man ihn mal ganz deutlich........
Der Regengott Chac mit seiner Hackennase!!

Was man alles zur Beerdigung so bekahm :D

Die Mexicaner stehen auf aussergewoenliche Gebaude.

San Francisco Cathedrale

Der Ausblick von der Dachterrasse unseres Hostels!

Da hat der Andre mal ein Machtwort gespochen und schon sind sie abgezogen!!
Ja mit dem wuerd ich mich auch nicht anlegen ;)

Der grosse Platz, auch Zocalo genannt.

Das ist der Altar der kleineren Kapelle, sehr schoen finden wir!

Auch an die lieben Zuhaus wurde gedacht mit einem Kerzchen!

So und das war der fordere Altar der grossen Cathedrale...........

..das der hintere........

...und das die monstoese Orgel!!!!!!!

Hinter der Vroni ist ein riesen Bild das von der Geschichte der Mexicaner erzaehlt, aber was wirklich witzig ist da zeigt die Vroni hin!!! 

Die waren ganz schoen markaber :-/

Die Schwimmenden Gaerten!

Auf gehts zu den praekolumbischen Pyramiden von "Teotihuacan"

Der viereckige Altar in der Mitte des riesigen Platzes war das Verwaltungszentrum.
Um den Platz standen die Haeuser der Hohenpriester und Adligen.

"Templo de Quetzalcoatl"
Hier teilten sich zwei Goetter einen Tempel.
"Quetzalcoatl" und "Tlaloc"

Auch jetzt wird noch fleissig gebuddelt!

Die staendigen Umbauten verschlungen so einiges, was jetzt wieder zum Vorschein kommt!



Und rauf auf die "Sonnen Pyramide" auch "Piramide del Sol" genannt.
Hier Andre beim "Pyramidenselfie" 

Wahre Fundstuecke!! 

Das war die etwas kleinere "Piramide de la Luna" auch "Pyramide des Mondes".

Auf der anderen Seite erblickten wir Rauchschwaden aufsteigen am Berg und ein lautes Grollen.
Hier wurde fleissig gesprengt. Warum wissen wir nicht!

Juhuuuuu ich bin schon oben :)

Die 2 km lange "Stasse des Todes" oder auch "Clazada de los Muertos" genannt.
Hier sieht man auch die fleissigen Archeologen und kann sie beim erfoschen beobachten!

Hier und da gab es aber auch noch kleine Tempel oder mini Pyramiden die gar nicht frei gelegt wurden.
Die schauten wir uns auch genauer an und fuehlten uns ein wenig in die Vergangenheit versetzt!! 

Da fehlt bloss noch der Expeditions Hut und dann ist er komplett der "Erforscher Andre" :D 

Diese Tafeln waren alle noch original.

Das kleine Schild mit dem "Betreten verboten, denn hier wird gebuddelt" ist echt super!
Da haben sogar die Strichmaenchen einen Sombrero auf!!! 


Der Andre war so voller Tatendrang, dass er am liebsten gleich mit graben haette wollen :)


Zum Schluss noch etwas aus dem Alltagsleben!
Wo ist die Vroni denn und ihr Rucksack?

HIER!!!!!
Da fragt sich der Andre warum wir ein zweites Bett mieten muessen wenn doch alles in den Locker passt?!
HIHIHIHIHIHIHIHIHIHIHIHIH!!!!!!!!!

2 Kommentare:

  1. Hi ihr beiden, ganz toll geschrieben. Euer besuch der alten azteken tempelstadt ist schon ziemlich beeindruckend, schon wahnsinn was die damals so alles erschaffen haben. Wie macht ihr beiden eigentlich eure bilder, handy oder kamera? Und wie eure panoramas?
    viel spass für die restlichen mexicotage.

    PS: was haben wir noch am tag danach über unsere whatsapp unterhaltung gelacht 😂😂😂
    🙋

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  2. Joah wir haben auch noch gut gelacht.
    Unsere Fotos knipsen wir mit unserer Kamera, auch die Panoramas.
    Euch auch viel Spaß.

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