Nicht ganz grundlos, der See befindet sich auf etwa 1600m
und ist umgeben von hohen Bergen, besonders auffällig sind die 3 Vulkane
Tolimán, Atitlán und San Pedro. Der See ist kalt, tief, blau und leider so gut
wie tot, aufgrund unbeabsichtigter Dauerverschmutzung.
Dennoch zweifelsohne einer der schönsten Orte auf unserer
Reise mit überragendem Ambiente. Die kleinen Dörfer rund um den See sind am
besten mit dem Boot zugänglich und versprühen einen sehr indigenen Eindruck
ohne übermäßigen Tourismus. Wobei dieser die Haupteinnahmequelle der Region,
neben Kaffee- und Avocadoanbau ist.
Nun aber erst einmal zurück zu unserer Anreise, wie bereits
erwähnt buchten wir einen Transfer. Die Fahrt sollte etwa 8 Stunden dauern und
früh morgens um 7.30 Uhr ging es los. Nun wir erreichten San Pedro erst nach
Einbruch der Dunkelheit gegen 20 Uhr, eigentlich erst 21 Uhr es lag noch eine
Stunde Zeitverschiebung dazwischen. Nun Fortbewegung in Mittelamerika kann
schon mal etwas länger dauern.
Jedenfalls ging es im Collectivo (Minivan) Richtung Grenze,
vorbei an einem gewaltigen Militärposten im Grenzgebiet. Mexiko ist ja ziemlich
clever und verlangt für gewöhnlich eine Ausreisegebühr auf dem Landweg von rund
300 Pesos (etwa 18 €). Das ist ja immerhin die letzte Gelegenheit noch ein
wenig „Cash“ zu machen. Nun man hält also neben einer Tankstelle an und wird in
ein kleines Büro daneben geschickt. Es hätte auch ein Imbiss sein können, aber
tatsächlich saß da ein Grenzbeamter und fertigte alle Insassen unseres Busses
ab.
Als wir an der Reihe waren passierte das unmögliche…. Der
Beamte wollte unser Geld nicht… und gab es uns zurück… Sachen gibt’s, wir haben
keine Ahnung warum, möglicherweise weil wir per Flugzeug einreisten. Egal wir
behielten unser Geld sehr gerne. Als alle ausgestempelt haben und ihre
Touristenkarte zurückgeben, ging es noch ein paar Kilometer im Bus weiter zur
eigentlichen Grenze.
Dort musste jeder sein Gepäck nehmen und zu Fuß liefen wir am
bunten Treiben vorbei zum Grenzposten. Bei dem wir unseren Reisepass abstempeln
ließen. Insgesamt 90 Tage bekommt man für die 4 Länder Guatemala, Nicaragua, El
Salvador und Honduras. Ansonsten gab es keine weiteren Kontrollen. Allgemein
war es ein sehr geschäftiges Gewusel in diesem Niemandsland zwischen Mexiko und
Guatemala. Keine Ahnung ob sich überhaupt jemand die Mühe macht irgendetwas zu
kontrollieren. Es machte zumindest nicht diesen Eindruck.
Nun wir hatten über 2 Stunden Zeit alles ausreichend zu
beobachten, solange dauerte es nämlich bis unser guatemalischer Fahrer eintraf
um uns zu unserem eigentlichen Ziel weiter im Landesinneren zu bringen. Also
Gepäck auf das Dach befördert und schnell 2 Sitzplätze im ausgebuchten Minibus
besetzt. Vorher feilschten wir noch ein wenig mit den „Geldwechslern“ um einen
besseren Kurs und tauschten unsere restlichen Pesos in Quetztal um.
So ging es dann noch etliche Stunden bergauf und bergab
durch eine traumhafte Landschaft. In Panajachel angekommen ging es für uns und
2 Spanier per Boot weiter nach San Pedro und ins erstbeste Hotel für 2 Nächte
(recht günstig, 80 Quetztal (9,40€) für ein Doppelzimmer). San Pedro ist
definitiv das „Gringo“ Dorf Nummer 1 am See.
Was aber genau der Grund für unseren Besuch war, denn es
gibt viele Spanisch Sprachschulen im Dorf. Ein wenig Spanisch lernen und üben,
kann ja nicht schaden und wir hatten dies schon länger vor. So entschieden wir
uns für 20 Stunden in 5 Tagen und wurden untergebracht bei einer lokalen
Familie inklusive 3 Mahlzeiten am Tag für 7 Nächte. Das ganze kostete dann
komplett für uns beide nur 2100 Quetztal (247€), also ein fast unschlagbarer
Preis, deswegen warteten wir mit einem Sprachkurs bis wir in Guatemala waren.
Während der 5 Tage unternahmen wir nicht wirklich viel, doch
zeigte uns unser Gastvater Manuel einige der umliegenden Dörfer. Natürlich
nutzten wir für diese Spritztour das Hauptverkehrsmittel der Landbevölkerung,
das Motorrad. Wir machten es uns also zu dritt, auf dem überraschend modernen
Gefährt, bequem. So düsten wir an „Tuk Tuks“ vorbei und überwanden so manches
Schlagloch auf unserer holprigen Tour, im Übrigen ganz ohne Helme.
Einen anderen Abend ging es mit der Sprachschule ins
Nachbardorf „San Juan“ zum Dorffest. Ein wenig wie ein Rummel samt Tanz. Sehr
interessant und auf jeden Fall speziell, vor allem die bereits in die Jahre
gekommenen Fahrgeschäfte ließen uns erschaudern. Aber nichts im Vergleich zu
dem handgemachten Feuerwerk, welches uns mehr an Artilleriebeschuss erinnerte
(auch wenn wir beide nicht wirklich echten kennen). Jedenfalls war es sehr
laut, es gab keine Absperrung und stetig regneten die noch brennenden
Feuerwerkskörperüberreste zu Boden. Als aber dann eine Art Stierkampf
inszeniert wurde, war uns klar in Guatemala wird ein wenig anders gefeiert. Ein
Mann wedelte kontinuierlich mit einem roten Tuch, während ein anderer in einem
Feuerwerkskörpergestell ihm immer wieder hinterher rannte… Echt wild und
irgendwie auch gefährlich, zumindest aus unserer Sicht.
Nach 20 Stunden spanisch können wir nun mit recht von uns
sagen…. Das wir immer noch mit der Sprache überfordert sind. Doch immerhin
haben wir jetzt ein Grundverständnis und werden die nächsten Wochen üben. Unser
Lehrer Jose hat aber einen guten Job gemacht.
Den „Ferienbeginn“ wollten wir eigentlich kräftig feiern,
bevor wir den Lake Atitlan verließen…. Doch nach langer Wartezeit hat sich nun
auch André s Magen bei irgendeiner Landesköstlichkeit übernommen. So hieß es
für ihn liegen bleiben und ausruhen.
Ansonsten beschäftigten wir uns während des Aufenthaltes bei
unserer Gastfamilie mit Karten spielen, Minikonversationen und Schach. Vor
allem die Kinder der Familie ließen es uns nicht langweilig werden.
Bevor wir uns auf den Weg zur nächsten größeren
Sehenswürdigkeit dieses recht kleinen Landes machten.
Vroni und André
| Vor uns liegt Guatemala. |
| Und hier vor dem Büro der Einwanderung warteten wir gute 2 Stunden, im Niemandsland. |
| Der See Atitlan und 2 seiner Vulkane. |
| San Pedro bei Nacht |
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Eine Partie Schach während unserer ersten Stadterkundung und
nach einem lecker Brunch.
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Manuel unser Gastvater.
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Auf Erkundungstour
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| mit dem Motorrad |
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Gerüstabbau
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Tuk Tuks und Motorräder kämpfen um die Vorherrschaft in San
Pedros Gassen.
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Nach einem langen und harten Schultag.
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Disney einer der Kinder steht total auf Schach.
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Auf dem Weg zur Fiesta in San Juan. Dieses Tuk Tuk wurde von
unserem quasi im Sand versenkt.
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Rummel auf dem Lande, das Riesenrad schleudert seine Besucher mit ungeheurer Geschwindigkeit im Kreis herum. Viel kleinere wurden noch per Hand in Bewegung versetzt.
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André s jahrelange Training auf Kreuzfahrtschiffen und in
bundesweiten Kneipen und sein somit amaterurhaften Fähigkeiten beim
Tischfussball, ermöglichten einen knappen Sieg J
hihi.
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Einsatz für den Elektriker
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Hier wird mit Wasserballons geworfen…
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…hier gibt es einen „Breakdance“ Wettbewerb..
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…und hier Livemusik und Tanz.
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Dann begann auch schon das Feuerwerk.
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Die etwas fragwürdige Stier-Feuerwerk-Show.
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Zu Manuel s Geburtstag gab es diesen speziellen Kerl zum
Mittag. Nun sehr gewöhnungsbedürftigt und vielleicht liegt hier ja auch der
Grund für Andrés Darmverstimmung.
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Vor unserem Gästehaus
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Unser Zimmer
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Da geht’s zu, was für ein Verkehr.
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Unterricht mit Jose, die Cappuccino im Bild waren übrigens
die Ausnahme.
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Manuela unsere Gastmutter ließ es sich nicht nehmen Vroni in
eine traditionelle und alltägliche Tracht zu stecken.
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Manuelito ist der Kleinste in der Familie.
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P.S.
Unser Lehrer klärte uns über das Wort „Gringo“ auf. Es
leitet sich ab aus den englischen Wörtern „green“ (grün) und „go“ (gehen).
Mitte der Siebziger bis Anfang der Achtziger war eine blutige Zeit in
Guatemala, geprägt von Kämpfen zwischen der Armee und Guerillakämpfern. Dabei
unterstützte die US-Armee das Militär und die Regierung Guatemalas. Das Militär
ging mit äußerster Grausamkeit gegen vermeintliche Familien von
Guerillakämpfern vor und tausende Zivilisten oft ganze Familien wurden
ermordet.
Da die stationierten US-Soldaten grüne Uniformen trugen und
gehen (das Land verassen) sollten, verbreitete sich der Begriff „Grin-go“ sehr
schnell in der Zivilbevölkerung und hat definitiv einen negative Hintergrund
und bezeichnet Amerikaner. Heute wird das Wort sehr vielseitig und oft
verwendet, sicherlich weil viele den Ursprung des Wortes nicht mehr kennen.
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