Freitag, 7. August 2015

Ometepe zwischen zwei Vulkanen und wandern bis die Hose tropft :-)


Von den kleinen Rückschlägen, beschrieben im letzten Blog, lassen wir uns ja nicht die Reiselust kaputt machen und so ging es am Tag nach dem Desaster weiter nach „Ometepe“. Nach einer Taxi- und Fährenfahrt wollten wir ursprünglich eine Nacht am Strand verbringen und danach weiter ins Inselinnere umziehen. Wir entschieden uns aber nach kurzer Inspektion der Unterkunft (ganz guter Zustand aber doch sehr einsam und ohne Information in Englisch) gleich weiter zu fahren.

So blieben wir 3 Nächte im „Bella Vista“ Hostel in Santo Domingo. Dieses lag direkt am Strand des Nicaragua Sees, im Übrigen der größte See in Zentralamerika. Dieser wird sehr wahrscheinlich in der Zukunft zerstört, sollte der umstrittene „Nicaraguakanal“ gebaut werden, welcher den Atlantik mit dem Pazifik verbinden wird. Ähnlich wie der „Panamakanal“ allerdings finanziert von China.

Ometepe liegt sehr beeindruckend inmitten dieses gewaltigen Sees und die beiden meist wolkenverhangenen Vulkane „Concepción“ 1610m und „Maderas“ 1394m sind definitiv ein Blickfang. Der erste brach das letzte Mal 2010 aus und der letztere hat einen Vulkankratersee. Wir entschieden uns Maderas zu besteigen, dieser erschien uns sympathischer und wie Torsten zu sagen pflegte „Das wird doch entspannt, ein bisschen wandern.“, also man darf die Vulkane nur mit Führern besteigen, da es in der Vergangenheit oft zu tödlichen Unfällen kam und man leicht die Orientierung verlieren kann. Aus den veranschlagten 6 Stunden machten wir mal eben 9 und das ohne große Pausen einzulegen.

Anfangs war alles noch recht locker und Johnny unser Guides zeigte uns Termitenbehausungen, Kaffee-, Kakaopflanzen, riesen Grashüpfer und Bergkrebse. Mit zunehmender Steigung, Schlamm, Gestrüpp und Luftfeuchtigkeit wurde es immer schwieriger auf dem unbefestigten Weg voran zu kommen. Als wir endlich den Gipfel erreichten regnete es unaufhörlich und stark. So konnten wir rein gar nichts entdecken und stiegen ohne Unterbrechung zum Kratersee hinunter. Dort konnte man dann nicht einmal das andere Ufer sehen, mit guter Aussicht war an diesem Tag wirklich nicht mehr zu rechnen. Immerhin fanden wir Gelegenheit unsere Shirts zu wechseln und unsere Regenjacken anzuziehen, denn mit zunehmendem Wind wurde es auch kalt. Wieder zurück am Gipfel mussten wir dann aber doch mal eine Mittagspause machen und wir teilten unsere Sandwiches gerne mit Johnny. Dieser ist nämlich für einen Kollegen eingesprungen und hatte nur Wasser und eine Cola dabei, keine Jacke oder Essen, obwohl die Bedingungen beinahe täglich dieselben sind, krasser Typ.

Beim Abstieg nahmen wir einen anderen Weg, welcher nicht weniger rutschig war, dafür aber einen wunderschönen Aussichtspunkt bot. Da am Nachmittag das Wetter deutlich besser wurde, konnten wir wenigsten diesen Ausblick auf den See und den „Concepción“ genießen und waren super erschöpft, aber stolz „Diese kleine Wanderung“ erfolgreich gemeistert zu haben, die Schuhe mussten wir übrigens im See ausspülen um den Schlamm halbwegs runter zu bekommen.

Andere Aktivitäten auf der Insel, welche für Nicaragua durchaus preisintensiv war, sind der 60m Wasserfall, eine Süsswasserquelle und Kajaktouren auf dem „Rio Istian“. Auf Omerepe ist man sehr auf Taxis angewiesen, da die öffentlichen Busse sehr selten fahren. Daher bitten die Taxifahrer interessierte Touristen ordentlich zur Kasse und die Hotelbetreiber gönnen sich davon auch noch eine kräftige Provision. So ließen wir die Wasserfälle aus, die 60 Dollar waren uns für vielleicht 20 Kilometer Fahrt zu viel. Das war auch gut so denn später sollten wir erfahren dass kaum Wasser in den Becken ist und ein Besuch sich gar nicht gelohnt hätte.

Unser Hostelbetreiber knauserte generell sehr mit Informationen und so war es nur Zufall, als Torsten in Erfahrung brachte, das die Fähren nach San Carlos (eigentlich unser nächstes Ziel) nicht fuhren. So verloren wir einiges an Zeit bei der Umgestaltung unserer Route. Dennoch wollten wir gerne noch ein Bad in den Quellen nehmen, doch ein plötzlicher Regenguss auf dem Weg, brachte uns bereits genügend Abkühlung.

Wir entschieden uns, am Abend vor unserer Fährfahrt nach „San Jorge“ auf dem Festland nach Moyogalpa umzuziehen, natürlich mittels der lokalen Busse. So hatten wir aber noch einen kompletten Vormittag Zeit auf dem Fluss eine Kajaktour zu unternehmen, immerhin sollte man hier Caymane, Schildkröten und viele Vögel bestaunen können. Also Fahrrad gemietet und rüber geradelt. Dort bekamen wir wieder einen Guide, naja eigentlich zwei. Der andere musste die Kajaks durch den Schlamm ziehen an einer unbefahrbaren Stelle. Logischerweise mussten wir ja auch dadurch und so hatten wir erneut eine dicke Schlammpackung an den Füßen, diesmal mehr oder minder barfuß.

Wir rauschten förmlich über den See und Fluss, denn wir wollten unseren Bus nicht verpassen. Dabei bekamen wir so manch Getier zu Gesicht. Als wir die Boote zurück gaben versaute uns der Verleiher mal so richtig die Stimmung, als er sich große Mühe gab uns zu verschaukeln, indem er mal eben den Preis pro Doppel-Kajak zum Preis pro Person machte. Wir natürlich mehr als außer uns reflektierten nochmal die vorher getroffene Vereinbarung und waren äußerst empört. Denn für solch einen Preis hätten wir niemals diese mittelmäßige Tour unternommen, außerdem hatten wir eh nicht mehr Geld dabei. Der Scharlatan schob dieses Missverständnis auf sein „schlechtes englisch“ und telefonierte und bastelt nebenbei weiter an seinem Auto rum. Die Guides sollten nun mit uns verhandeln, diese hielten sich aber zurück und es war leicht zu erkennen dass solche Situationen nicht die Ausnahme sind. So gaben wir ihm etwas mehr als die vereinbarte Summe und radelten flott Richtung Hostel zurück um gerade noch so unseren Bus zu erwischen, hätten wir uns auf die Angaben des Hostelbetreiber verlassen. Dann hätten wir sehr wahrscheinlich ein Taxi bestellen müssen.

Am Abend ließen wir unsere Erfahrungen und Eindrücke Nicaragua gemütlich in Moyogalpa ausklingeln, bevor wir am nächsten Tag weiter nach Costa Rica reisten.

Nicaragua hat sich uns gegenüber nicht unbedingt von seiner besten Seite gezeigt und für Vroni und André ist es schwer nachzuvollziehen warum so viele Reisende von dem Land schwärmten. Weder war es so günstig wie angepriesen zumindest wenn man mehr als Leon und Granada sehen will, noch unterscheidet es sich großartig von der Natur anderer Länder, einmal abgesehen von der Anzahl der verschiedenen Vulkane. Auch ließ das Interesse für Reisende und ihren Bedürfnissen manchmal etwas zu wünschen übrig. Dennoch soll hier kein schlechtes Bild auf die Menschen und ihr Land fallen, man kann durchaus eine sehr schöne Zeit in Nicaragua verbringen und wir haben wenig Zweifel das in 10 bis 15 Jahren vieles besser sein wird. Wer wenig Touristen und Abgeschiedenheit sucht, sollte sich auf jeden Fall Nicaragua nicht entgehen lassen, aber nicht vergessen man kann sich nicht ganz wirklich frei durchs Land bewegen wie vielleicht anderswo und spanisch sollte wenigstens grundlegend beherrscht werden.

Zu Costa Rica und weiteren Abenteuer könnt ihr im nächsten Blog lesen.

Auf der Fähre nach Ometepe!!

Hier schon mal den Blick auf einen der Vulkane von Ometepe! Sein Name: "Conception" 


Der Weg zu unserer ersten geplanten Unterkunft.......naja etwas verlassen :/

Hier ist es dann doch viel besser!!!

In Torstens und Svenjas Zimmer hat sich ein kleiner Vogel verirrt, der dann vom Besitzer (mit Löchern unterm Arm) gerettet werden musste :)

Essen, Strand, Vulkan, Einsam........was will man mehr!!!

Eine "Pithahaja" Planze!

So und nun auf geht es zum Gipfel des Vulkans!!! 5,5 km rauf!!!! Na dann los geht es!!!

Kurze Stärkung......mmmmm......lecker....Termiten.....!!

Wir durchquerten Kaffee Plantagen......

.......und fragten uns.......wie weit ist es denn noch!!! :D

Ein Schokoladenbaum :D Huihuihuihui

Jetzt sind wir aber schon weit oben......die Wolken werden dichter.

Auf unserem Weg trafen wir auch einige Bergkrebse.

So mancher Schuh hat hier aufgegeben :)

Es fing an zu regnen und der Weg wurde immer rutschiger und schlammiger......nur gut das wir wenigstens einen Wanderstock hatten!

Es ging über Stock und Stein...durch Gebüsch und unter Wurzeln und Ästen durch!

Hier das Gipfelfoto...Aussicht null wegen starken Nebel...man beachte den unteren Teil des Fotos :D

Hier am Kratersee...es wurde schnell gegessen und umgezogen bevor wir uns wieder auf den matschigen Weg machten!!

Hui schön...schnell weiter!!! Es regnete wie aus Kübeln!!

Boooaaaaa ist das scheiße!!!!

Es hörte langsam auf zu regnen und dann trafen wir so manche dicke Raupe!

Schon fast unten angekommen, hielten wir noch an einem grandiosen Aussichtspunkt an!! Wirklisch schön diese Insel!

Völlig fertig der Torsten.....man beachte seine schöne weiße Hose :D :D

Doch die Mutivation ließ bei allen nach und so trotteten wir den rest des Weges bloß noch so vor uns hin!!

Am Schluß überquerten wir noch ein Reisfeld.........

.....um dann endlich im Hostel uns vom Schlamm zu befreien!!! Geschafft!!! Was für eine Wanderung!!!!!!!!!!

Der Versuchte Ausflug zu den Quellen.........dieser Regenschauer hielt genau so lange an bis wir zurück im Hotel waren...dann hörte er auf!

Ein anderer Tag....ein anderes Abenteuer mit dem Rad.


Und los geht die wilde Paddelei!

Hier ein paar Aasfresser die einen totoen Cayman gefressen haben.


Vögel haben wir viele gesehen und eine Schildkröte. Unsere Guide meinte dann, diese Schildkröte würde er gerne fangen, denn die schmecken gut! ??????

Ja wo sind den die Krokodile...??????

Daaaa.....oooooo doch nur ein Vogel!!!

So nun musste André sich doch von seinem geliebten Hut trennen! Es fiel ihm wirklisch schwer! Die zwei haben ja auch viel miteinander erlebt!!

Wir sagen Tschüß Ometepe...es war schön und aufregend!!

1 Kommentar:

  1. Wie war das mit Torstens entspannter Wanderung ;-)
    André nimm es nicht so schwer, Martin musste sich auch von seinem überalles geliebten Rucksack verabschieden.

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