Von Bocas Del Torro ging es mit einem Direkttransfer nach
Panama City der Hauptstadt. Naja eigentlich wurden uns nur Busplätze im
öffentlichen Bus und in einem Boot reserviert. Es gab also keinen Guide sondern
nur ein hübsches Armbändchen und keiner der immerhin 40 Mann starken Truppe
hatte irgendwelche Informationen. Klar war nur jeder wollte auf der Nonstop
Nachtfahrt durchschlafen und einen Platz erhaschen.
Warum erwähnen wir das, natürlich weil es anders kam. Wir
wurden von den Taxis auf dem Festland nicht zum Busterminal gebracht sondern
vor einem ziemlich schäbigen Hotel abgeladen. Dort vagabundierten schon einige
Einheimische rum und die kleinen Kinder wurden wieder zum Betteln vorgeschickt.
Aber es wartete auch ein Bus dort, nach mehrmaligem Fragen (vor allem der Spanisch
Muttersprachler) erfuhren wir dass wir erst nach „David“ im Süden des Landes
gebracht werden und dort ein anderer Bus warten würde… Mmh… nach längerer
hitziger Diskussion (vor allem der Argentinier und Mexikaner) fuhren wir dann
endlich los. Angeblich war unser eigentlicher Bus defekt.
In David wartete tatsächlich ein Luxusklassebus auf uns
(sehr geräumig und bequem). Wir wurden im Vorfeld schon vor den arktischen
Temperaturen gewarnt und mussten dank Pullover und Decke, die verbleibende Zeit
nicht zittern. Die Klimaanlagen werden in den modernen Bussen aus Angst vor
Bakterien auf 8-10 Grad eingestellt, lieber frieren als desinfizieren, aber so
wurde es uns erklärt.
Mit solchen Planänderungen muss man generell schon rechnen,
dennoch roch die ganze Aktion ziemlich faul, selbst für Mittelamerika. Im
Endeffekt sind wir genau auf dem üblichen Weg nach Panama City gelangt und
hätten uns ein paar Dollar sparen können. Da wir absolut keinen Vorteil aus
dieser Transferbuchung gezogen haben.
Der US-Dollar ist übrigens die Währung Panamas. Offiziell
gibt es zwar den „Balboa“, dieser wiederum ist 1 zu 1 gleichwertig mit dem
Dollar. Immerhin gibt es Balboa Münzen. Ansonsten lebt Panama natürlich von
seinem weltberühmten Kanal. Die Hauptstadt erinnert stark an Vancouver und
Miami mit seinen hellen Hochhäusern und direkter Lage am Meer. Sie ist modern,
lebendig, relativ sauber und rausgeputzt. Dennoch kann man nicht übersehen, das
hier arm und reich so dicht nebeneinander lebt, wie kaum an einem anderen Ort
auf unserer bisherigen Reise.
Wir waren im alten Kolonialviertel untergebracht „Casco
Vijeo“. In dem Luxusherberge gegenüber Armenhaus steht. Trauriger und
schockierender Weise gehört Drogenabhängigkeit auch in dieser Metropole dazu.
So setzte sich früh morgens um neun ein Obdachloser direkt vor unserem Hostel auf
dem Bordstein einen Schuss, eine mehr als erschütternde Beobachtung, begleitet
von den Worten „Yeah this is my Life!“, sich schüttelnd während dieser Worte.
Nun generell würden wir Panama City aber als sehr sicher
beschreiben, bis auf ein paar Viertel. Der Fischmarkt ist sehenswert und
verwandelt sich abends in einen riesigen Treffpunkt für die Menschen der Stadt.
Außerdem besuchten wir die alten Ruinen östlich des Zentrums. Einst die erste
Festungsanlage der Spanier und wichtiger Hafen für den Abtransport von Schätzen
Richtung Europa. Allerdings militärisch schwer zu verteidigen und so kam es zu
unzähligen Überfällen durch englische Piraten. Nach einigen Jahren verlegten
die Spanier ihren Hauptsitz ins heutige „Casco Vijeo“.
Mit dem Bau des Kanals Anfang des 20. Jahrhunderts wuchs die
Stadt enorm und so entstand im Laufe der Zeit das heutige Stadtbild mit
riesigen Wolkenkratzern, teuren Einkaufszentren und schicken Hotels, direkt
neben Flachbauten bewohnt von Großfamilien. Aber aller Wahrscheinlichkeit nach
werden diese in den nächsten Jahren neuen Luxusimmobilien weichen müssen.
Selbstverständlich besichtigten wir auch den Kanal als
solches. Dies gestaltet sich aber etwas schwieriger gedacht. Man kann ihn zur
Hälfte mit einem Boot durchqueren, das dauert etwa 8 Stunden und kostet an die
150$. Man kann zu einer Aussichtsplattform am Hebewerk fahren und dort auf
Schiffe warten, allerdings auch gegen Gebühr. Die geheime Ecke der
Einheimischen kennen wir ja leider nicht. Oder und dafür entschieden wir uns
man fährt auf der einzigen Eisenbahnstrecke Panamas fast parallel des Kanals
bis nach „Colon“ im Norden, für 25$. Aber Vorsicht wieder Abzocker-Gefahr die
Dame wollte doch erst einmal 35$ haben. Wenn man hier die Preise nicht kennt
dann wird man einfach übers Ohr gehauen, dies gilt auch wieder einmal für die
Taxis.
Nun leider regnete es recht viel während der einstündigen
Fahrt, doch bekommt man zumindest ein Gefühl für die Ausmaße des Kanals und man
sieht auch noch etwas der eigentlichen Vegetation. Wirklich empfehlen würden
wir den Abstecher zum Kanal allerdings nicht, obwohl er für jeden Besucher Panama
wohl auf dem Pflichtprogramm stehen sollte.
In Colon angekommen ging es direkt mit dem Taxi zum
Busterminal und wieder zurück in die Stadt, die Fahrt kostet übrigens 3,25$. In
Colon wurde uns von längeren Aufenthalten abgeraten, dort gibt es nichts Interessantes
für Touristen.
Der ein oder andere kann sich vielleicht noch entsinnen, das
Panama unsere Endstation sein sollte. Nun da noch Zeit übrig ist, entschlossen
wir uns weiter zu reisen. Und zwar nach Kolumbien… wie wir dorthin gelangen
werden, ohne Straßen das erfahrt ihr demnächst.
Wir freuen uns sehr auf die letzte Etappe und das letzte
Land unserer Reise und sind jetzt bereits stolz auf uns den drittgrößten Kontinent
der Erde komplett bereist zu haben!
Bis bald und liebe Grüße
Glückwunsch zu eurer erfolgreichen reise soweit und natürlich das beste für euer wohlmöglich letztes land :-)
AntwortenLöschenVon panama nach kolumbien seid ihr wahrscheinlich durch einen der drogenschmuggeltunnel gekommen. Haben gehört, da kann man auch ohne pass und stempel über die grenze ;-P
Bis bald