Mittwoch, 2. September 2015

S/Y Quest und die San Blas Inseln


Wer nun rätselte wie wir nach Kolumbien gelangten. Hier die Auflösung… mit dem Segelboot, also keine Tunnel, Schmuggelrouten oder Flugzeuge. Anscheinend gibt es aber einen sicheren Wanderweg durch den Dschungel nahe der Golfküste. Das klang uns allerdings doch nach etwas zu viel Abenteuer.

Nun es gibt mehrere Internetseiten, Anbieter und Kapitäne. So könnte der Angebotsdschungel nicht dichter sein, deshalb mussten wir viel recherchieren und nachfragen um wirklich sicher zu gehen, den richtigen Hafen zu erreichen (in unserem Fall Cartagena) in einer Segelyacht und nicht in einem Schnellboot.

Vroni hat durch viel Fleißarbeit die „S/Y Quest“ registriert in „St. Vincent“ (ein kleiner karibische Inselstaat) von seinem schwedischen Besitzer und Kapitän „Goeran“ (ausgesprochen Jöran). Also reservierten wir in einem Hostel in Panama City diesen 4 Tage und 4 Nächte Segeltrip. Dazu soll bemerkt werden, dass es ziemlich viel Vertrauen benötigt solch eine kostspielige Reise zu unternehmen. Denn viel mehr als den Namen des Hostels (Captain Jacks) in „Portobelo“ (Abfahrtshafen) und ein Abreisedatum haben wir nicht bekommen, nachdem wir eine Anzahlung hinterlegt haben. Den Großteil der Kohle sollte dann unser Kapitän samt unserer Reisepässe vor Ort am Vorabend der Abreise bekommen.

So machten wir uns auf den Weg in das kleine Fischerdorf Portobelo im Norden des Landes. In dessen Umgebung unglaublich viel Gold und andere Schätze auf dem Meeresgrund warten, denn hier und bei den „San Blas“ Inseln kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Piraten und Spaniern. Doch tauchen ist strengstens verboten in diesen Gewässern Panamas und wird mit langen Haftstrafen geahndet.

In Portobelo trafen wir dann auch auf die 8 anderen Passagiere, eigentlich 2 zu viel, denn ausgelegt ist das Boot nur für 2 Mann Besatzung und 8 Gäste. Aber die beiden Alleinreisende bekamen jeweils eine Schlafgelegenheit im Wohn/Esszimmer auf der Couch. Wir ergatterten eine Doppelkabine ganz vorne im Boot.

Mit unserem Kapitän Goeran und seinem 1. Maat Rose hatten wir viel Glück. Nicht nur das sein Boot Quest von ihm selbst entworfen und gebaut wurde (15 Jahre lang), bringt er auch über 40 Jahre Erfahrung als Offizier auf See mit. Er ist Teil der letzten Generation die nur mithilfe der Sterne navigieren kann.

Wirklich beeindruckend ist aber die Tatsache das er wohl der Einzigste ist der eine Monsterwelle bzw. Killerwelle bei Tag gesehen und überlebt hat. Dieses extrem seltene Phänomen ist nach wie vor ein Rätsel und verursacht Wellen mit einer Höhe von 30-40 Metern und galt lange nur als Mythos.

Wer sich dafür interessiert der sucht mal bei „YouTube.com“ „Monsterwellen auf dem Meer Schiffe in Seenot“ in der BBC bzw ZDF-Expedition Dokumentation ist auch unser Kapitän zu sehen. Ihr könnt aber auch nach „Horizont Freakwave“ suchen, gesprochen allerdings in Englisch, dafür aber länger und authentischer.

Ja und ihr lest richtig zwischen den Zeilen. Ein wenig stolz sind wir schon, dass wir bei so einem Typen auf dessen Boot mitsegeln konnten. Und Goeran alias Kapitän, alias James, alias James Bond (denn die Ähnlichkeit zu Daniel Craig, welcher in seinem Schlauchboot in cooler Erscheinung davon saust, war nicht von der Hand zu weisen) war wahrlich großartig. Zwar konnten wir aufgrund mangelnden Windes nicht einmal das Segel öffnen, sondern fuhren nur mit Motor. Doch das Ambiente und seine Lockerheit waren ansteckend, so wie das wohl sein muss, wenn man einem Menschen begegnet der sich seinen Traum verwirklicht hat und glücklich ist bei dem was er macht.

Es liegt uns natürlich fern die Werbetrommel zu rühren, wer aber etwas Geld übrig hat, gerne taucht an unberührten und unbekannten Riffen und auf ganz persönliche Weise durch die Karibik oder weltweit segeln möchte. Der muss unbedingt unserem Kapitän eine E-Mail senden oder mal einen Blick auf seine Webseite riskieren www.quest-sailanddive.com zugegeben nicht unbedingt günstig, dafür aber einzigartig und absolut gerechtfertigt im Preis-Leistungsverhältnis.

Okay nun aber zu den Schattenseiten! Ohne Seeübelkeitstabletten geht es nicht, ein absolutes Muss. Zwar mussten wir uns nicht übergeben, aber spurlos schwankt das an kaum einem vorbei. Nach anfänglicher Sensibilität gewöhnt man sich doch Stück für Stück an die Bewegung des Bootes. Soweit wir wissen erbrach sich aber nur die eine Australierin, kein Ding gehört ja irgendwie dazu und erleichtert.

Schlimmer ist wenn man nachts auf See ist, sind die Luken und Fenster geschlossen, was zu einem enormen Wärmestau in den Kabinen führt. Zwar hatte jeder luxuriöser Weise einen eigenen Ventilator und dieser half auch enorm. Doch schwitzte man wie im Dschungel. Aber auch daran gewöhnt man sich etwas. Dennoch müssen wir schon sagen die besten Stunden waren die während der Anker geworfen war. Ganz so romantisch wie man sich einen Segeltrip um die Welt vorstellt ist es nicht unbedingt. Aber definitiv außergewöhnlich, spannend und entspannend. Außerdem unterhaltsam denn so ein Kapitän hat auch viele Geschichten zu erzählen und man kommt mit Menschen aus verschiedenen Ländern ins Gespräch und man bewegt sich durch kaum erschlossene Gebiete.

In Cartagena angekommen waren wir ein wenig länger ans Boot gefesselt als geplant, überhaupt erreichten wir die Stadt erst einen Tag später als veranschlagt. Gut für uns, so hatten wir mehr fürs Geld. Jedenfalls dauerte es lange bis wir das okay der „Kolumbianischen Einwanderung“ bekamen um an Land gehen zu dürfen.

Wir empfehlen jedem einmal von Panama nach Kolumbien zu segeln oder umgekehrt.

Vroni und André


Segelabenteuer wir kommen!!!

Im Hostel wurde noch die Zeit vom warten rum gebracht mit einem Geduldspiel. 

Und es wurden die letzten Vorbereitungen im Internet getroffen! :)

Es geht loooooooosssss..........

......und hier die wunderschöne "Quest"!!!!

Hier unser Kapitän und sein erster Matrose beim kochen.

Das Schiff war echt sehr schön und mit sehr viel Technik ausgestattet! 

Unsere mini Kabine, aber absolut ausreichend

So.........los ging es mit viel Spaß und Erholung!

Wir finden.......

.......die Bilder erzählen......

......alles!!!!!!!



Vroni besorgte sich extra noch einen Badebegleiter! ;)

Und bei André sitzte leider nicht jeder Sprung :D
Es kahmen auch Einheimische vorbei, bei denen die Mädels shoppen konnten! :) 

Armketchen, Fußketchen usw.....

Fisch......

....und sogar Gemüse und viel Bier!!!

Nach dem ganzen einkaufen brauchten wir erst mal wieder eine schwimm Pause!!

Ach muss ich denn schon aus dem Wasser?????

....Ja, denn wir besuchten auch eine Einheimischen Insel.


Viel gab es leider nicht zu sehen, außer mal wieder viel Müll und ein paar Schweinchen 


Und da war er endlich, der Mann mit den "Langusten" und Bier und Cola natürlich :D

Hhhhmmmmm.......doch leider mussten wir zusehen wie er den Langusten den Schwanz bei lebendigen Leibe rausdrehte :O

Doch geschmeckt haben sie sehr lecker!!!

Volle Fahrt vorraus!!!




Hier wollten wir mit dem gekauften kleinen Fisch einen großen Fisch angeln!?!?!?!?!?!?

Hier eine der tausenden kleinen Inseln.....wunderschön!

Diese Muscheln findet man am grund des Meeres und sie entstehen ohne menschliches zutun.



Ausflug mit dem Schlauchboot. 

Ui ein schöne Muschel.....huch da lebt ja noch die Schnecke drin!!


Kapitän an Maschine......volle Fahrt vorraus, ich sitz schon am Steuer!!!


Los ging die eineinhalb Tage überfahrt nach Cartagena durch das offene Meer! 

Das waren unsere Mitsegler.
Ein Pärschen aus Belgien, zwei Pärchen aus den USA und ein Single aus den USA und eine Australierin!! 


Doch nach ein paar Stunden sah die Wahrheit so aus.........fast alle versuchten sich irgendwie auf Deck hinzulegen, falls Übergebungsgefahr bestand! :D
Denn Bewegen war nicht mehr möglich....da streikte der Körper.

Doch am nächsten Morgen besuchten uns auf hoher See diese lustigen Gesellen und schon war die Nacht vergessen!!

Unser Kapitän machte für eine halbe Stunde halt und wir konnten ins kühle nass springen. 

Um uns herrum war nichts und es war bis zu 3000 Meter tief!!!!!!



Der nächste Morgen brach an und daaaaa.......Land in Sicht!


Wir genossen alle das Einlaufen in Cartagena bei einem guten Kaffee! 





Da kahm er angedüst mit guten Neuigkeiten!
James Bond!!!! :D

Juhuuu...wir dürfen an Land!

Am Abend trafen wir uns alle noch zum Abendessen und bekamen unsere Pässe zurück.
Und unser Kapitän schloss gleich eine Freundschaft :D

Dieses Abenteuer werden wir nicht so schnell vergessen und es wäre auch nur halb so schön gewesen ohne dieser tollen Gruppe!!!!!!

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